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June 22 2009
The Revolution will be Twittered
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Im Iran ist gerade eine Revolution im Gange. Ob sie erfolgreich sein wird, hängt noch in der Schwebe, die Regierung tut im Moment alles, um die Proteste zu unterdrücken, durch Massenverhaftungen und rohe Gewalt. Mehrere Demonstrant/innen haben die Proteste bereits mit ihrem Leben bezahlt, unter anderem die zur Märtyrerin stilisierte Neda (auf Fotos von ihrem blutverschmierten Gesicht verzichte ich hier, sie sind allerdings sehr einfach via Suchmaschine zu finden).
Sollte diese Revolution ihr Ziel erreichen, wird das unter anderem den neuen Medien zu verdanken sein, die bis vor kurzem noch als sinnlose Spaß-Tools abgetan wurden. Die Proteste wurden, nachdem das Regime die Handynetze abgedreht hat, unter anderem via Twitter (einem Micro-Blogging-Tool) und Facebook organisiert.
Zu Beginn war Twitter überhaupt die einzige Nachrichtenquelle aus dem Iran, weil die klassischen Medien an ihrer Arbeit behindert wurden und auch jetzt, wo das Regime die Kommunikation besser “in den Griff bekommt” (= sperrt & überwacht), kommen Informationen wieder hauptsächlich via Twitter.
Twitter hat eine derart wichtige Rolle gespielt, dass sich sogar das amerikanische Außenministerium eingeschalten hat, als Twitter ein System-Upgrade machen wollte, das während des (iranischen) Tages stattgefunden hätte.
Auch für meine persönliche Perspektive der Proteste hat die Twitter-Berichterstattung etwas geändert. Beim Mitlesen der Tweets am Sonntag letzte Woche (14. Juni) um Mitternacht hatte ich das Gefühl, mitten drin zu sein. Ich habe mich mehr informiert als ich das sonst bei Protestbewegungen tue, hab mitgeholfen, die Websites von Ahmedinejad und Khamenei zu crashen (Bitte jetzt nicht mehr versuchen, da diese Versuche das gesamte Internet bremsen, auch für die Protestant/innen!) und war letzte Woche beim Protestmarsch vom Heldenplatz zur iranischen Botschaft dabei.
Dass Informationen von Twitter schwer zu verifizieren sind, spielt für mich übrigens nur eine geringe Rolle. Es ist zwar nichts wirklich verifizierbar, es gibt aber gute Anhaltspunkte, um Vertrauenswürdigkeit zu messen. “Ladies, flash your tits at next rally, Islam is dead, down with Islam!!!!” würde ich zum Beispiel nicht als ehrlichen Tweet bezeichnen, der geht vermutlich vom Regime aus. @StopAhmadi hat dagegen von Anfang an getwittert, markiert viele seiner Tweets als Gerüchte, wenn er sie nicht selbst verifizieren kann, etc.
